Was ist der Stretch?
Der Stretch (englisch für „Streckung“) ist der Wachstumsschub, den die Cannabispflanze in den ersten Wochen der Blüte macht: Sie wächst dann viel schneller in die Höhe als vorher. Das ist ein natürlicher Vorgang und passiert bei fast allen Sorten.
Wenn die Pflanze zu blühen beginnt, verlängert sie etwa zwei bis drei Wochen lang ihre Stängel und Äste in hohem Tempo. So schafft sie Platz für die Blüten. Danach wächst sie nicht mehr in die Höhe und konzentriert sich darauf, die Blüten dicker werden zu lassen.
Das ist wie der Wachstumsschub bei Jugendlichen: In kurzer Zeit wird die Pflanze, die du im Griff hattest, deutlich größer.
Outdoor passiert der Stretch gegen Ende des Sommers, wenn die Tage kürzer werden. Indoor passiert er direkt nach der Umstellung des Lichts auf 12 Stunden am Tag.
Wie stark wächst die Pflanze?
Das hängt stark von der Genetik ab. Als Faustregel gilt:
- Indica-Sorten strecken sich meist wenig und bleiben kompakt.
- Sativa-Sorten strecken sich meist stark und können ihre Höhe verdoppeln oder noch mehr.
- Hybriden liegen dazwischen, je nachdem, in welche Richtung sie tendieren.
In manchen Produktbeschreibungen ist es angegeben. Wenn nicht, geben dir die Endhöhe und der Pflanzentyp einen guten Hinweis.
Warum du ihn einplanen solltest
Indoor ist der Abstand zwischen Pflanze und Lampe begrenzt. Wenn du den Stretch nicht einplanst, kann die Pflanze dem Licht zu nahe kommen und sich die Spitzen verbrennen. Deshalb schicken viele Grower ihre Pflanzen in die Blüte, wenn sie etwa die Hälfte des verfügbaren Platzes einnehmen.
Techniken wie LST oder SCROG helfen auch, diesen Wachstumsschub zu kontrollieren und die Äste besser unter dem Licht zu verteilen.
Verwandte Begriffe
Bevor du anbaust, informiere dich über die Gesetze in deinem Land: Der Anbau von Cannabis ist nicht überall erlaubt.